Grundschüler freuen sich über nagelneue Fahrräder | Bürgerportal Bergisch Gladbach
20 Apr 2018

Grundschüler freuen sich über nagelneue Fahrräder | Bürgerportal Bergisch Gladbach

von Laura Geyer

Nicht alle Familien können ihren Kindern ein eigenes Fahrrad kaufen. In diese Lücke sind die „Mobilen Nachbarn“ gesprungen: Mit der Wilhelm Daume GmbH als Partner haben sie Grundschüler mit Jugendrädern ausgestattet.

Dass sie heute ein ganz besonderes Geschenk bekommen würden, schien den sechs Grundschülern noch nicht ganz klar sein. Etwas verloren standen sie vor dem „Daume“ in Schildgen, umringt von Eltern, Schulleitern, Ehrenamtlern der „Mobilen Nachbarn“ und Mitarbeitern des Haushaltsgeschäfts.

Vorsichtig beäugten sie die leuchtend blauen Fahrräder, die da in Reih und Glied auf sie warteten, doch die Dritt- und Viertklässler mussten sich noch ein wenig gedulden: „Wie das immer so ist, müssen die Erwachsenen erst mal ein paar Worte an die anderen Erwachsenen richten“, sagte Michael Funcke in Richtung der eigentlichen Hauptpersonen des Nachmittags.

Funcke ist Koordinator der „Mobilen Nachbarn Schildgen“, die das Förderprogramm „Mobilität erlernen – Fahrräder für bedürftige Kinder“ zusammen mit den zwei anderen ehrenamtlichen Radwerkstätten in Paffrath und Lückerath auf die Beine gestellt haben.

Ziel des Projekts war es, allen Grundschülern die Teilnahme an den Fahrradschulungen und -prüfungen der 4. Klasse zu ermöglichen – mit einem geeigneten Jugendrad und einer passenden Sicherheitsausstattung.

Dorothea Wahle, Geschäftsführerin der Wilhelm Daume GmbH in Schildgen, hatte die insgesamt zehn Fahrräder zum Einkaufspreis zur Verfügung gestellt.

Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von 4000 Euro. Das Geld kam zu einem Großteil vom Erzbistum Köln, außerdem aus den Einnahmen eines Benefizkonzertes mit dem syrisch-palästinensischen Pianisten Aeham Ahmad, das das Schildgener Begegnungscafé Himmel & Ääd letztes Jahr organisiert hatte, sowie aus privaten Einzelspenden. Hier hob Funcke eine großzügige Spende in Höhe von 700 Euro hervor, aus einer Geburtstags-Sammelaktion.

Funcke erinnerte auch daran, dass die Mobilen Nachbarn jede ehrenamtliche Unterstützung gebrauchen können, die sie bekommen. Vor allem Schrauber – und Schrauberinnen, wie Funcke betonte – würden in der Radwerkstatt dringend benötigt.

Und dann waren endlich die Kinder an der Reihe. Insgesamt zehn, von den fünf Grundschulen Katterbach, Paffrath, Heidkamp, Moitzfeld und Herkenrath – von denen sechs zur Übergabe der nagelneuen Räder gekommen waren.

Als erstes wurde jedes Kind mit Helm und Sicherheitsweste ausgestattet. Eins nach dem anderen durften sie schließlich ihre Räder holen.

Schüchtern nahmen die meisten ihr neues Gefährt entgegen, ließen es von Dorothea Wahles „bestem Mann“, wie Funcke es zuvor ausgedrückt hatte, an ihre Körpergrößen anpassen: Sattel hoch, Lenker runter. Noch ein paar letzte Tipps: „Nur im Fahren schalten, und immer zuerst die Hinterradbremse benutzen!“

Und dann ging es zur Proberunde auf dem Daume-Gelände. Sicher und mutig saßen sie alle in ihren Satteln, und spätestens jetzt, wo die Aufregung abgeebbt war, legte sich ein Strahlen über viele der kleinen Gesichter.

Nach und nach trudelten auch die fehlenden Kinder ein, bei manchen hatten die Eltern noch arbeiten müssen. Michael Funcke strahlte mindestens genauso wie die Kinder, als er am Schluss fast alle Räder persönlich übergeben hatte.